Kaspressknödel mit Graukäse: das Zillertaler Rezept

Kaspressknödel mit Graukäse: das Zillertaler Rezept

Im Zillertal landet die Pfanne schon morgens auf dem Herd. Nicht für Pfannkuchen — für Kaspressknödel. Flachgedrückt, in Butterschmalz goldbraun gebraten, mit einem Kern aus Graukäse, der beim Anschneiden bröselt und riecht wie ein alter Alpenkeller. Das ist kein Käseknödel von der Speisekarte. Das ist was eigenes.

Gebratenes Zillertal Knödelgericht auf weißem Teller mit grünem Sommersalat und gekochten Erdäpfeln.

Was Kaspressknödel vom normalen Käseknödel unterscheidet

Ein normaler Käseknödel wird rund geformt und in Suppe gekocht. Der Kaspressknödel wird flach gedrückt und gebraten — daher der Name. Er macht Röstaromen, die ein gekochter Knödel nicht kann. Die Kruste hält. Drinnen bleibt der Käse weich und würzig.

Der zweite Unterschied ist der Käse selbst. Wer Graukäse in den Teig gibt, bekommt eine Brüchigkeit und Schärfe, die kein Schmelzkäse und kein Gouda ersetzt. Graukäse — der fast fettfreie Sauermilchkäse aus dem Zillertal — reift kurz, aber intensiv. Er gibt den Knödeln Charakter.

Mehr zur Verwendung von Graukäse in der Tiroler Küche liest du in unserem Haupt-Artikel zu Graukäse-Rezepten und Marende.

Die Zutaten

Für 8–10 Kaspressknödel:

  • Altbackenes Knödelbrot (ca. 300 g, in Würfel geschnitten)
  • Warme Milch (ca. 150 ml, nach Bedarf)
  • 2 Eier
  • 1 kleine Zwiebel, fein gehackt und in Butter angedünstet
  • Frische Petersilie, gehackt
  • 150 g Graukäse, gut zerbröselt
  • 100 g Bergkäse aus dem Zillertal, frisch gerieben
  • Salz, Pfeffer
  • Butterschmalz zum Braten

Den Graukäse direkt von Hand zerbröseln — er ist weich genug dafür und verteilt sich so besser im Teig als wenn man ihn schneidet.

Zillertaler BergSenn Graukäse - tirolish

Schritt für Schritt

1. Knödelbrot einweichen. Die Brotwürfel mit der warmen Milch übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Die Milch vollständig aufnehmen lassen — der Teig darf nicht schwimmen.

2. Teig mischen. Eier, Zwiebel, Petersilie, Graukäse und Bergkäse aus dem Zillertal dazugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Gut durchkneten — mit den Händen. Wenn der Teig zu trocken ist, einen Schuss Milch nach. Wenn er klebt, etwas Semmelbrösel.

3. Formen und pressen. Aus dem Teig etwa handtellergroße Kugeln formen, dann flach auf ca. 2 cm drücken. Die Form bleibt beim Braten.

4. Braten. Reichlich Butterschmalz in der Pfanne erhitzen. Die Kaspressknödel bei mittlerer Hitze beidseitig goldbraun braten — ca. 4–5 Minuten pro Seite. Nicht zu heiß, sonst verbrennt die Kruste, bevor der Kern warm wird.

5. Servieren. Klassisch in einer klaren Rindsuppe. Oder zu Sauerkraut — der Säure-Kontrast passt perfekt zum würzigen Graukäse.

Welcher Graukäse?

Nicht jeder Graukäse schmeckt gleich. Die Bandbreite reicht von mild-frisch bis scharf-intensiv, je nach Reifegrad. Für Kaspressknödel eignet sich ein mittlerer Reifegrad gut: er bröselt schön, gibt Aroma ohne zu dominieren.

Der Zillertaler BergSenn Graukäse von TIROLISH kommt direkt aus dem Zillertal, ist fast fettfrei und hat die typische weißlich-bröckelige Konsistenz, die Kaspressknödel brauchen. Er überzeugt von selbst.

Wie Graukäse traditionell angesetzt wird, erfährst du im Ur-Rezept für sauren Graukäse. Wer den Käse auch als Aufstrich verwenden will: die 1:1-Variante mit Butter macht aus Resten etwas Eigenständiges.

Zur Jausn oder als Hauptgang

Kaspressknödel sind vielseitig. Vier Stück in einer tiefen Suppenschüssel mit klarer Rindsuppe — das ist Hauptgang. Zwei Stück kalt auf dem Brett mit etwas Sauerkraut — das ist Jausn. Beides funktioniert, beides ist richtig.

Auf der Hütte kommen sie oft ohne viel Beiwerk. Das reicht.


Weitere Rezepte rund um Graukäse findest du in unserem Rezept-Überblick.

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