Graukäse g.U. & Slow Food — was geschützt ist

Graukäse g.U. & Slow Food — was geschützt ist

Der Sauermilchkäse aus dem Zillertal trägt seit 2007 das g.U.-Siegel der Europäischen Union. Drei Buchstaben, die mehr regeln, als man zunächst vermuten würde.

Was der g.U.-Status konkret vorschreibt

Die geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) legt für diesen Käsetyp drei Dinge verbindlich fest:

Herkunftsgebiet: Milch und Käse müssen aus Tirol stammen. Kein anderes Bundesland, kein anderes Land. Das Herkunftsgebiet ist geografisch klar abgegrenzt — wer die Bezeichnung führen will, produziert innerhalb dieses Rahmens.

Silagefreie Heumilch: Die Kühe werden ausschließlich mit Heu, Gras und Weide gefüttert — kein Silofutter. Das ist keine optionale Qualitätsstufe, sondern Pflicht. Silagemilch würde die natürliche Säuerung verändern, auf der der gesamte Käse beruht. Warum das so wichtig ist, erklärt unser Artikel zur Milchbasis: Magermilch, Heumilch und silagefreie Fütterung.

Säuregerinnung ohne Lab: Wo bei fast allen anderen Käsesorten das Enzym Lab die Milch dick legt, arbeitet dieser Käse ausschließlich mit Milchsäurebakterien und Zeit. Keine künstliche Beschleunigung, kein tierisches oder mikrobielles Lab. Den gesamten Herstellungsprozess beschreiben wir ausführlich in unserem Haupt-Artikel zu Herstellung ohne Lab — Magermilch, Säuregerinnung, Reifung.

Käselaib mit Rotkulturrinde und Anschnitt auf schwarzer Schiefertafel, garniert mit Rosmarinzweigen.

Warum Slow Food ihn als Kulturgut führt

Slow Food International hat den Sauermilchkäse aus den Tiroler Alpentälern in seine Arche des Geschmacks aufgenommen — eine weltweite Liste von Lebensmitteln, die vom Verschwinden bedroht sind und erhaltenswert sind. Nicht wegen Nostalgie, sondern weil das Verfahren tatsächlich selten geworden ist.

Die Begründung ist direkt: Die Kombination aus silagefrei erzeugter Magermilch, spontaner Milchsäuerung und naturbelassener Reifung findet sich heute kaum noch in industrieller Produktion. Der Käse ist ein Nebenprodukt der Butterherstellung — er entsteht aus der abgerahmten Magermilch, die nach dem Buttern übrigbleibt. Das macht ihn so fettarm wie kaum einen anderen gereiften Käse.

Slow Food nennt das Kulturgut. Im Zillertal nennt man es Alltag — aber einen, den es zu erhalten lohnt.

Konsortium und Betriebe: derselbe Rahmen, eigene Handschrift

Das Konsortium der g.U.-Hersteller setzt den Rahmen. Innerhalb dieses Rahmens erzählt jeder Betrieb seine eigene Geschichte. Die einen reifen kürzer und milder, andere arbeiten mit traditionellen Holzformen, wieder andere setzen auf besonders lange Trockenreifung im Naturkeller.

Der Zillertaler BergSenn ist einer dieser Betriebe — ein Handwerksbetrieb aus dem Zillertal, der seit Generationen nach denselben Grundsätzen arbeitet: Heumilch aus dem Tal, Säuerung ohne Lab, Reifung mit Zeit. Der Echte vom Zillertaler BergSenn trägt die g.U.-Grundlage und darüber hinaus die Handschrift seines Hauses.

Mehr zu den Unterschieden zwischen Labkäse und diesem Verfahren: Warum kein Lab — und was das für den Geschmack bedeutet.

Kräuterlaib-Käse mit Kräuter-Rinde und Etiketten der Zillertal-Sennerei auf schwarzem Hintergrund.

Was der Schutzrahmen für dich als Käufer bedeutet

Wenn du Graukäse aus dem Zillertal kaufst — egal ob vom Zillertaler BergSenn oder einem anderen Konsortiumsmitglied — weißt du: Die Milch stammt aus Tirol, die Kühe fressen kein Silofutter, und das Lab hat in der Käserei nichts zu suchen. Der Schutzrahmen ist keine Ehrenurkunde. Er ist eine verbindliche Produktspezifikation, die kontrolliert und zertifiziert wird.

Das erklärt auch, warum der Käse so schmeckt, wie er schmeckt: leicht säuerlich, fast bröckelig im Schnitt, mit einem Aroma, das weder von Kraftfutter noch von beschleunigter Gerinnung überlagert ist. Ehrlich g’schmackig — weil der Rahmen es so verlangt.

Den Echten vom Zillertaler BergSenn findest du direkt bei uns: Zillertaler Graukäse vom BergSenn.

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